Sizilien: Terra, acqua e fuoco

Buchen Sie bei uns Ihre individuelle Kalabrien-, Salina-, Apulien- oder Toskana-Reise! Rundum-Sorglos-Urlaub im Hotel, Ferienhaus, Ferienwohnung oder Agriturismo - inklusive Flug, Mietwagen und Fähre.


Die Insel der Sehnsucht

Der >Biß< der Insel sitzt tief. Beschwingt vom südlichen Flair des leichten Lebens und des milden Klimas begegnet uns ein Mensch, der wir immer gerne mal gewesen wären: Ein Aussteiger auf Zeit, der seine Lebensgeister wiedererweckt, neue Eindrücke sammelt, sich von diesem mediterranen Kaleidoskop mitreißen lässt, das den Blick schärft für die verschlungenen kulturellen Verästelungen und die paradoxe Logik des Seins.
Ein gebildeter Franzose, Louvin de Rochefort, sagte 1672: "Nach Italien reisen, ohne Sizilien zu sehen, ist wie am Eingang eines Palastes zu stehen, ohne sein Inneres zu bewundern".
„Wie wahr“ – möchten wir ihm auch heute noch zurufen oder Ralph Giordano, Journalist, Schriftsteller und Regisseur mit sizilianischen Wurzeln (2001 zum „cittadino onorario“, zum Ehrenbürger von Riesi ernannt) beipflichten: „Ich verliebte mich in die Landschaft, die Menschen und fand eine zweite Heimat."

 

Unbeschreiblich und unbeschreibbar

Jede Darstellung des „wahren Sizilien“ oder des „siciliano d.o.c.“ ist anmaßend und unseriös. Sizilien, dem Schriftsteller, Soziologen sowie die „Hydra“ (Mafia) ihren Stempel aufdrückten oder aufzudrücken versuch(t)en, sabotiert alle gängigen Images. Zu jedem Bild gibt es ein Gegenbild und beide zusammen ergeben auch kein komplementäres. In der Kunst kam es bisweilen zur Synthese, doch das Unvereinbare lässt sich nur konstatieren, nicht versöhnen, allenfalls im Wort des Dichters: „ … Was ist das Ganze? Brot, Blut und Stein. Ein Stückchen Abendland“ (Luise Kaschnitz in ihrem Gedicht „Karte von Sizilien“). 

Welchen Eindruck SIE letztlich mit nach Hause nehmen, hängt von Ihrer ungerichteten Neugier und Achtsamkeit sowie der Wahl des Standortes bzw. der (Rundfahrts-) Route ab. Kultivieren Sie die Kunst, staunen zu können, ohne sich überwältigen zu lassen! Machen Sie unerwartete Entdeckungen! Die wahre Reise besteht - laut Marcel Proust - schließlich nicht im Sehen neuer Landschaften, sondern im Sehen mit NEUEN Augen. Lassen Sie sich inspirieren von dieser eigentümlichen Kultur, der es mehr oder weniger erfolgreich gelang, verschiedenste kulturelle Einflüsse aufzufangen, zu integrieren und “Fremdes in Sizilianisches zu verwandeln”.

Mögen die beiden bekanntesten und beliebtesten „Seebäder“ Siziliens, Taormina und Cefalù, auch „zum Dahinschmelzen schön“ sein, sie sind nur besonders auffällige Puzzleteile dieses faszinierenden Flickenteppichs und versprühen ihren Charme auch eher in der Nebensaison. Dennoch gehören sie auch unserer Meinung nach zu jenen Orten, deren Wirklichkeit dem (Postkarten-) Bild standhält.     


Unerschöpfliches Sizilien oder „L`Essenza del Mediterraneo“

„Sizilien ruft!“ lautet immer wieder gern die Empfehlung von Reisejournalisten.
Auch wir sind dieser Meinung – denn hier schlägt das Herz des Mittelmeeres.
Aber eigentlich müsste es heißen: Die Sizilien rufen – denn schließlich gibt es nicht nur ein Sizilien, es gibt viele, unendlich viele. Diese spannende Insel überrascht mit den unterschiedlichsten Gesichtern! Und mal offenbaren sie sich, mal verbergen sie sich …
Diese „tausendundeins“ Sizilien bieten einen erstaunlichen „Spiegel-Effekt“: Jede Facette reflektiert sich in einer anderen. Das beliebte Reiseziel des „gehobenen“ Tourismus entzieht sich allen Festlegungen. Es ist grenzenlos. Ein wunderbar offenes Territorium, das sich in alle Richtungen verzweigt.  

 

Sizilien ist anders

Sizilien ist eine „Goldmine“ für den interessierten Reisenden. Sizilien gibt sich nicht bereitwillig preis, sondern fordert konzentrierte Aufmerksamkeit. Nur wer sich auf die Eigentümlichkeiten der Insel, ihre vielen, miteinander verwobenen >Erzählungen< einlässt, dem offenbart sie sich in ihren mosaikartigen Facetten. Man muß aus sich heraustreten, einen Sinn für Teilnahme haben, um offen zu sein für die magische Metamorphose des Reisens und Unterwegssein – nicht zuletzt durch die Epochen.    

 

Ein Land voller Kontraste

Üppige Oasen treffen auf vermaledeite Karstwüsten, Wildheit und Liebreiz geben sich ein Rendezvous, „l´Inferno convive con il Paradiso“. Sizilien ist „eine Landschaft, die keine Mitte kennt“, eine „terra ricca“ voller ungeheurer Gegensätze und alles andere als ein leicht zu >konsumierendes< Reiseziel. Feudalherrn, Hitze und Armut haben dieser im äußersten Süden Europas gelegenen „Königin der Inseln“ Jahrhunderte lange zugesetzt. Abseits des durchorganisierten touristischen Pflichtprogramms erweist sich Sizilien als ebenso schwer zugänglich, ja abweisend wie gastfreundlich, ein Land, auf das vielleicht am ehesten die Bezeichnung „dolce-amaro“ zutrifft. Es >schmeckt< wie der Cocktail „Rosso Siciliano“, diese typische Mixtur aus Blutorange („tarocco“) und Kräuterlikör, bitter und süß zugleich! Oder auch wie eine „Cioccolata al Peperoncino“, eine „Schokolade mit Chili“, die in handwerklicher Vollendung, d.h. nach aztekischem Vorbild, in der Kleinstadt Modica hergestellt wird und idealerweise von einem lavaschwarzen Ätna-Wein, etwa einem „Nerello Mascalese“, begleitet wird.

 

Insel des Lichts

Man muß kein Fotograf wie Ferdinando Scianna oder Enzo Sellerio sein, um zu erkennen: Die Übergänge sind hier selten sanft. Die Sonne, die laut dem sizilianischen Maler Renato Gattuso die „Farben verbrennt“, aber oft alles in ein metaphysisches Licht taucht, sorgt für scharfe Kontraste und läßt die Konturen scharf hervortreten. Auf Sizilien regiert das Hell & Dunkel. Die Insel lebt aber auch vom Zauber der Spiegelungen und Brechungen. Hier gibt es faszinierende Lichterscheinungen. Wer sehr viel Glück hat, kann z.B. eine „Fata Morgana“ über der Meerenge von Messina beobachten. Es handelt sich dabei um eine Luftspiegelung, bei der das Licht - wie bei einem Regenbogen - aufgrund physikalischer Wechselwirkungen gebrochen bzw. reflektiert wird. Bei dieser optischen Täuschung spiegeln sich „hinter dem Horizont“ liegende Gegenstände, so daß man plötzlich „fliegende“, in die Luft gehobene Gebäude und Bäume auf der gegenüber liegenden Küstenseite sieht.

Goethe schrieb in Faust II über dieses Phänomen: „Vernahmst Du nichts von Nebelstreifen, Die auf Siziliens Küsten schweifen? / Dort, schwankend klar, im Tageslicht, Erhoben zu den Mittellüften, / Gespiegelt in besondern Düften, / Erscheint ein seltsames Gesicht: / Da schwanken Städte hin und nieder, / Wie Bild um Bild den Äther bricht“.